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Premiere für K2 Kooperation
Montag, 30. Januar 2012
In Mittenwald kam es zum ersten Mal in Bayern zu einer Kooperation zwischen einer Lawinenkommission und dem Sportartikelhersteller „K2“.

Sind mit der neuen Ausrüstung des Sportherstellers „K2“ zu Testzwecken im Einsatz: Hannes Ostler, Heinz Pfeffer und Franz Brandtner (von vorne nach hinten). Foto: Hubert Hornsteiner
Ab sofort werden Artikel wie Helm, Lawinensonde- sowie Schaufel und „Rockerski“ zum Testen für die ehrenamtliche Arbeit der LKM im Freeriding Ski-Gebiet Dammkar zur Verfügung gestellt. „Dies ist ein großer Sicherheitsfaktor für uns“, gab Obmann Heinz Pfeffer gegenüber der PZ bekannt. „Uns ist es wichtig, das richtige Material für unsere Arbeit bekommen zu haben“, lobte Pfeffer. „So wird unser ehrenamtlicher Dienst sehr erleichtert“. Reinhold Bauer von der Marketingabteilung von K2 erhofft sich von der Zusammenarbeit „ein Feedback über die Qualität des Materials. So können beide Seiten davon profitieren. Es ist schön, das wir mit ihnen einen Ausrüstungspartner gefunden haben, der unsere nicht wenig oft schwierige Arbeit mit dem Material erleichtert“.
Lawinenkommissions-Obmann und Bereitschaftsleiter der Bergwacht Mittenwald, Heinz Pfeffer, erklärte gegenüber der PZ, welche Ausrüstungsgegenstände ab sofort zum Testen verwendet werden und welchen Zweck diese erfüllen.
„Ein Helm ist für unsere Arbeit ein absolutes Muss. Es sollte auch für jeden Freerider/Snowboarder und Tourengeher eine Verpflichtung sein, einen Helm zu tragen.“
„Genauso darf das ‚Lawinenverschütteten-Suchgerät’ (LVS) zur Ortung von verschütteten Personen nicht fehlen, da es ein unumgänglicher Bestandteil der Ausrüstung darstellt. Ohne Lawinensonde kann eine Person nicht ansondiert werden und eine Punktordnung wird somit unmöglich. Außerdem verwenden wir sie zusätzlich zum Ermitteln der Schneehöhe und zur Schneedeckendiagnose.“
„Nächstes Muss ist die Lawinenschaufel. Ohne diese kann eine verschüttete Person nicht ausgegraben werden. Nimmt man an, dass eine Person in einer Verschüttungstiefe von einem Meter liegt, braucht man im besten Fall mit einer robusten Alu-Lw-Schaufel (siehe Bild oben) im Idealfall 15 Minuten. Ohne Schaufel würde man selbst mit Schiern länger als eine Stunde brauchen. Doch die Lawinenschaufel hat noch eine ganz andere Aufgabe: Mit ihr ist es möglich, die sogenannte ‚Schwachschicht’ in der Schneedecke zu lokalisieren. Hierbei wird ein kleiner Rutschblock (30x30 cm) mit einem Meter Tiefe ausgegraben. Mit der Schaufel wird nun auf die Hinterseite geklopft. Somit wird die Schwachschicht augenscheinlich sichtbar und eine Abschätzung der Lawinengefahr ausgewertet werden.“
„Weiteres Ausrüstungsstück ist der Lawinenairbag (ABS-Rucksack), welcher für uns als Lebensversicherung gilt. Sie sind mit einem Zusatzvolumen von 170 Liter in zwei Airbags, welche seitlich im Rucksack integriert sind, ausgestattet. Bei Gefahr kann die ‚Auslöseeinheit` gezogen werden, die zwei Airbags füllen sich innerhalb von drei Sekunden und eine Verschüttung kann somit verhindert werden, da man an der Oberfläche der Lawine ‚mitschwimmt’. (Gleiches Prinzip wie bei einem Müsli mit Milch: Eine Nuss ist zwar schwerer als eine Haferflocke, aber das größere Volumen lässt sie oben auf Schwimmen). Tests zeigten, dass Personen mit einem ABS-Rucksack welche von einer Lawine erfasst wurden, zu 97 Prozent einer Verschüttung entgingen.“
„Der letzte Ausrüstungsgegenstand, welcher zu unserer Sicherheit beiträgt, sind die sogenannten ‚Rockerschi` (Freerideschier). Sie sind durch ihre Bauart viel breiter als normale Schi. Damit wird ein Einsinken in die Schneedecke verhindert. Das ist deshalb wichtig, da je tiefer man in den Schnee einsinkt, desto eher kann man die ‚Schwachschicht’ berühren und eine Lawine auslösen. Das ist auch der Grund, weshalb wir unseren „Rutschblock“ nicht tiefer als einen Meter nach Schwachschichten absuchen brauchen. Unterhalb eines Meters wird im Normalfall keine Lawine ausgelöst. Die neuen Freerideschier sind in allen Wetterverhältnissen leicht zu beherrschen, egal ob Bruchharsch, windgebersteter Schnee oder auf der normalen Piste.“
„Ich als Obmann der LWK-Mittenwald bin sehr froh, dass uns der Sportartikelhersteller K2 mit diesem Material zu Testzwecken sehr erleichtert.“



