PZ Seefeld
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Der Seefelder legt Geld für schlechte Zeiten auf die Seite
Freitag, 23. Dezember 2011
Völlige Übereinstimmung herrschte im Seefelder Gemeinderat bei der Beschlussfassung über das Budget für 2012. Es war in den Ausschüssen und im Vorstand schon ausdiskutiert worden, in der öffentlichen Sitzung verlas Bgm. Mag. Werner Frießer nur mehr die wesentlichen Positionen.

Symbolbild: Fabry_Clemens
11,63 Mio. Euro stehen der Gemeinde Seefeld an Einnahmen und Ausgaben zur Verfügung. Dabei habe man die Einnahmenseite betont vorsichtig angesetzt. Man rechnet mit einem weiteren Rückgang der Casino-Abgabe – zufolge einer Umstrukturierung würde Seefeld um hohe Beträge umfallen. Der vom Land versprochene Ausgleich dürfte 2012 noch nicht schlagend werden, weil auf Grund der verzögerten Ausschreibung noch kaum Einnahmen neuer Glücksspiel-Anbieter fließen. Auch bei den Erschließungskosten rechnet man mit Rückgängen – es sind kaum größere Projekte bekannt.
Bei den Ausgaben wartet als großer Brocken die zweite Tranche der Sanierung der Andreas Hofer-Straße, hierfür sind 340.000 € vorgesehen. In aussichtsreichen Verhandlungen ist man auch mit dem Hotel Klosterbräu, von welchem man den Grundstücksstreifen erwerben will, der die Klosterstraße von der Kirche trennt. Hier könnte neben einer Erweiterung des Dorfplatzes ein neuer Zugang zum Kapitelsaal gestaltet werden mit entsprechendem Vorbau, um vor Dachlawinen des Kirchdaches sicher zu sein.
Still gelegt ist wieder einmal das Projekt einer Nachnutzung der alten Feuerwehrhalle. Aktuell diskutiert man über eine gemeinsames Museumsprojekt mit Garmisch-Partenkirchen. Der bayerischen Seite fehlen derzeit aber die Mittel. Für Kultur sind insgesamt 65.000 € budgetiert.
Endgültig angegangen wird 2012 die Erweiterung der Trinkwasserversorgung, für welche eine Verdoppelung der bisherigen Förderung aus dem Eppzirl vom Land Tirol längst genehmigt ist. Vorerst wird gemeinsam mit Scharnitz die Strecke vom Quellgebiet bis nach Gießenbach gebaut. Wobei die Gemeinsamkeit mit dem Graben für die Leitungen bereits endet. Scharnitz muss einen Hochbehälter errichten, um den notwendigen Druck im Leitungsnetz aufbauen zu können. Seefeld wird ein Kraftwerk errichten, welches durch Trinkwasser betrieben wird. Wenn die Hochbehälter und der Speicherteich gefüllt sind, kann das Wasser zur Stromerzeugung genutzt werden. Ansonsten wird durch den Höhenunterschied jener Druck aufgebaut, der das Wasser ohne zusätzliche Pumpwerke bis zur großen Pumpstation im Lehenwald pressen wird.
Dass die Quellen im Eppzirl für Seefeld und für Scharnitz Goldes wert sind zeigt die Tatsache, dass trotz der extremen Trockenheit ab August keine Minderung der Schüttung feststellbar war.
Da keine weiteren, größeren Bau- oder Investitionsvorhaben anstehen, kann im Budget 2012 eine operative Reserve von rund 1 Mio. Euro für Unvorhergesehenes bereitgehalten werden. Was den Gemeinderat beruhigt in die Zukunft blicken lässt.



