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Frost: „Tunnel ohne Lawinenverbauung ist Unsinn!“

Montag, 30. Januar 2012

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Olympiaregion Wolfgang Frost schlägt Alarm: „Wenn der Scharnitzer Umfahrungstunnel nicht gleichzeitig mit der Verbauung der Marchklammlawine über die Bühne geht, ist das reine Geldvernichtung!“

Bis zu 30 Tage pro Winter, wird der Grenzbalken bei Scharnitz wegen der Marchklammlawine geschlossen. Aufsichtsratvorsitzender Wolfgang Frost hält einen Scharnitzer Tunnel ohne Lawinenverbauung für einen Schildbürgerstreich.

„Wenn ich an den momentanen Schneefall denke, befürchte ich, dass schon bald wieder die Grenze geschlossen ist,“ so Frost gegenüber der PZ. „Das bedeutet neben den Schwierigkeiten für unsere an- und abreisenden Gäste massive Verluste  für unsere Liftgesellschaften!“


„Dabei führt  in den Tiroler Nebentälern fast zu jedem letzten Bauernhof ein Tunnel oder eine Lawinengalerie, zum Kühtai wurde die Zufahrt für die Innsbrucker Skifahrer gesichert“, wettert der Touristiker.  „In die nördliche Zufahrt nach Seefeld mit einer halben Million Winternächtigungen wurde bisher aber nichts investiert. Ich bezweifele nicht, dass in den vergangenen Jahren von diversen Lokalpolitikern dieses Problem angesprochen worden ist, aber der nötige Druck scheint offensichtlich zu fehlen.“


Die geplante Umfahrung von Scharnitz empfindet Frost jedenfalls ohne  einbezogene  Lösung des Lawinenproblems als Schildbürgerstreich. „Besonders die für die Region so wichtige Zugsanbindung (ICE) fällt dadurch immer wieder aus“ so der Tourismusfunktionär. „Die Entwicklung der Region seit Jahren signalisiert dringenden Handlungsbedarf in vielen Bereichen. Die vorliegende ÖHV-Destinationsstudie für die touristischen Ziele in Österreich reiht Seefeld nicht mehr unter die Top-Destiantionen. Auch eine ernstzunehmende Schweizer Untersuchung sieht uns nicht  mehr unter den ersten sondern unter ferner liefen“.   


Die sogenannte Grundzahl, also der Umsatz der Region, ist seit Fusion gefallen, während sie in anderen Regionen Tirols gestiegen ist. „Unter Berücksichtigung einer moderaten Preissteigerung ist der Verlust noch größer, andere Regionen – etwa Fiss-Serfaus – haben im gleichen Zeitraum Zuwächse bis zu ca. 50%!“, rechnet Frost vor. „Was nützt uns die schönste Homepage, unsere Webcameras, wenn sie nicht angeschaut werden mangels Bekanntheitsgrad.“


Frost fordert daher: „Die Erreichbarkeit der Olympiaregion muss nachhaltig gesichert werden. Ich würde mich freuen, wenn das Lawinenproblem in den Köpfen der Politiker einen höheren Stellenwert bekäme, damit wir eines der wesentlichen Anliegen unserer Region rasch einer Lösung zuführen können!“